Geschäftsbereich Dairy Ingredients

Der Geschäftsbereich Dairy Ingredients erzielte 2017 einen Netto-Verkaufserlös in der Höhe von CHF 405.1 Mio. Die im Geschäftsbericht 2016 angekündigten Brutto-Verkaufserlöse der einzelnen Unternehmen konnten, wie im Halbjahresbericht bereits angekündigt, nicht erreicht werden. Herausfordernd waren in 2017 die unterschiedlichen Preisentwicklungen: rekordhohe Preise für Milchfett und eine Preisbaisse für Milchproteine und Magermilchpulver. Daraus ergaben sich leichte Vorteile für unser Werk in der Uckermark und grosse Nachteile für unser Werk in Litauen. In der Schweiz bewegten sich die Milchfettpreise nur minimal; die Milchproteinpreise waren aber ebenfalls deutlich tiefer als im Vorjahr.

HOCHDORF Swiss Nutrition AG

In der Schweiz verarbeiteten wir praktisch dieselbe Flüssigmenge (v.a. Milch und Molke) wie im Vorjahr (409'181 Tonnen 2017 vs. 409'119 Tonnen 2016). Die Anlagenauslastung war entsprechend ganzjährig auf sehr hohem Niveau. Die reduzierten «Schoggigesetz»-Beiträge und zu wenig B-Milch für die vertraglich vereinbarten Exportprodukte beeinflussten unsere Marge deutlich. Zusammen mit den tiefen Proteinpreisen führte dies zu einem negativen Ergebnis im Schweizer Dairy Ingredients-Geschäft.

Auf Verbandsebene setzten wir uns für eine sinnvolle «Schoggigesetz»-Nachfolgelösung ein. Die in der Branche erarbeitete Lösung wurde im zweiten Halbjahr von beiden parlamentarischen Kammern mit deutlichen Mehrheiten genehmigt. Die neue Lösung soll per 1. Januar 2019 eingeführt werden.

HOCHDORF Baltic Milk UAB

Wegen der hohen litauischen Milchpreise und der tiefen Proteinpreise am internationalen Markt haben wir die verarbeitete Milchmenge weiter reduziert. 2017 verarbeiteten wir in Medeikiai 45.6 Mio. kg Milch (VJ 56.8 Mio. kg; –19.7 %). Das Werk steht zurzeit in der Überprüfung. Der strategische Nutzen des Werkes ist heute aufgrund der Entwicklung der HOCHDORF-Gruppe deutlich geringer. Zudem ist der agrarpolitisch beeinflusste hohe Milchpreis in unseren Verkaufsmärkten im Moment nicht oder nur bedingt umsetzbar.

Uckermärker Milch GmbH

Anspruchsvoll waren für uns die rekordhohen Preise für Milchfett und die Preisbaisse für Milch­proteine und Magermilch­pulver. Herausfordernd dabei waren vor allem die Kontraktierung und Festsetzung der Einkaufs- und Verkaufspreise. Insgesamt haben wir diese Aufgaben gut gemeistert. Die verarbeitete Flüssigmenge (v. a. Milch, Rahm, Buttermilch) verringerte sich jedoch auf 193.8 Mio. kg (VJ 271.7 Mio. kg; –28.7 %). Hauptverantwortlich dafür war die im Vorjahresvergleich deutlich geringere Quarkproduktion, aber auch die Butter- und Pulverproduktion waren rückläufig. Demgegenüber produzierten wir wie vorgesehen mehr Buttermilch.

Anfang des Jahres haben wir unsere zukünftige Strategie konkretisiert: Im Bereich der Pulver­produktion wollen wir Spezialpulver mit höherer Wertschöpfung entwickeln und vermarkten. Erste Testproduktionen von Spezialpulvern haben wir im zweiten Halbjahr erfolgreich durchgeführt. Einschneidend war für uns auch die zeitweise Stilllegung der Quarkproduktion ab Ende Oktober 2017. In der Zwischenzeit haben sich für diesen Produktionsbereich neue Möglichkeiten eröffnet.

Ausblick

Im ersten Halbjahr erwarten wir aufgrund der nach wie vor relativ hohen Milchpreise eine grössere Milchmenge als im Vorjahresvergleich. Im zweiten Halbjahr dürfte sich deshalb der Druck auf die Milchpreise erneut verstärken. Über den gesamten Geschäftsbereich rechnen wir mit einem Netto-Verkaufserlös von CHF 350 bis 380 Mio.

In der Schweiz werden wir die Milchmengen der einzelnen Milchsegmente (A-, B- oder C-Milch) konsequent auf unseren tatsächlichen Bedarf ausrichten. Zudem wird das Projekt zur Verbesserung der Marge weitergeführt. Mit Massnahmen zur Kosteneinsparung, der Sortiments­bereinigung und der Produktentwicklung erwarten wir in Zukunft eine deutliche Verbesserung der Ertragszahlen.

In unserem Werk in Prenzlau werden 2018 das Buttergeschäft und das Buttermilchgeschäft auf normalem Niveau weitergeführt. Entgegen unserer Kommunikation Mitte 2017 können wir die Quarkproduktion dank der Zusammenarbeit mit einem neuen Partner auf tieferem Mengenniveau weiterführen. Die Mengen sind jedoch ausreichend, dass sich eine Weiterführung der Quark­­­produktion für das Werk als Ganzes lohnt. Zudem haben wir Anfang Jahr die ersten Bestellungen von Spezialpulvern erhalten, produziert und dem Kunden zugestellt. Im Verlaufe des Jahres rechnen wir mit kommerziellen Erstproduktionen weiterer Spezial-Milchpulver.

Strategie in Kürze

Das Dairy Ingredients-Geschäft soll sich aus einer starken Schweizer Basis heraus nachhaltig international weiterentwickeln. Die Zusammen­arbeit zwischen den Milchwerken wird optimiert und das Produktportfolio gebündelt. In der Schweiz wollen wir die Marktstellung verteidigen und unser Wissen im Bereich Walzen­​­vollmilchpulver internationalisieren. Wir wollen werksübergreifend neue Produkte mit höherer Wertschöpfung entwickeln, produzieren und vermarkten. Neue Produkte positionieren wir als Premium-Alternative mit entsprechender Dienstleistung in den Märkten. Bei all unseren Aktivitäten gilt es, die verschiedenen Rahmenbedingungen zu beachten und in die operative Umsetzung zu integrieren.

Sortiment

Angereicherte Milchpulver, Label-Milchpulver (Kosher, Halal), Rahm, Milchkonzentrate, Magermilchpulver, Vollmilchpulver, Rahmpulver, Fettpulver, Milchproteinpulver, Molkenpulver, Molkenproteinpulver, Permeatpulver, Butter, Buttermilch, Quark.

  2017 2016 2015 2014
Netto-Verkaufserlös (in TCHF) 405’131 393’099 415’379* 298’563*
Umsatzanteil Ausland (in %) 55.4 55.1 55.2 26.1
Verkaufte Mengen (in Tonnen) 165’846 212’421 216’511 80’737

* Brutto-Verkaufserlös (in TCHF)