Geschäftsbereich Baby Care

Schweiz: HOCHDORF Swiss Nutrition AG

Der Geschäftsbereich Baby Care erreichte im Geschäftsjahr 2015 einen Brutto-Verkaufserlös von CHF 110.4 Mio. Dieser liegt auf Vorjahresniveau (CHF 110.0 Mio.). In Anbetracht der Frankenstärke und einem Auslandumsatz von über 90 % sind wir mit diesem Resultat sehr zufrieden. Qualität und Produktsicherheit stehen an erster Stelle bei der Herstellung von Babynahrung. Dies galt es, bei den Projekten zur Kapazitätsmaximierung zu beachten. Im zweiten Halbjahr konnte im Vergleich zum ersten die Kapazität der Produktionsanlagen deutlich gesteigert werden. Die verkaufte Menge konnten wir um 7 % auf 16’763 Tonnen erhöhen (VJ 15’651 Tonnen). Die Projektgruppe zur Maximierung der eigenen Produktionskapazitäten besteht weiterhin.

Die Umschichtung der Kunden ermöglichte unseren wachstumsstärksten Partnern trotz Kapazitätsengpässen ein grosses Wachstum. So konnten unsere Kunden in Afrika ihre Verkäufe auf zahlreiche weitere Länder ausdehnen. HOCHDORF Produkte sind heute unter anderem auch in Burkina-Faso, Burundi, Kenia, Nigeria und Tansania erhältlich. In Asien beliefern wir auch einen Partner in Kambodscha.

Unsere rasch wachsenden Partner in den Märkten Asiens, des Mittleren Ostens und Afrikas betonen in ihren Marketingaktivitäten die Schweizer Herkunft der Babynahrung. Auch sieht deren mittelfristige Planung weiteres Wachstum vor. Damit wir diese Kunden rechtzeitig mit Swiss-made-Babynahrung bedienen können, sind wir auf neue Produktions- und Abfüllkapazitäten in der Schweiz angewiesen. Aus diesem Grund mussten wir die Neubaupläne für den Standort Prenzlau zeitlich verschieben. Mit geringen Investitionen in die bestehende Trocknungsanlage werden wir ab ca. Mitte 2016 in Prenzlau in der Lage sein, Base Powder für verschiedene bestehende Partner herzustellen.

Unsere Entwicklungsabteilung beschäftigte sich 2015 mit verschiedenen regulatorischen Anpassungen. Unter anderem müssen sämtliche EU-Rezepturen an die neue EU-Verordnung angepasst werden. Ein weiteres Entwicklungsprojekt versucht, mit Milchfett ein stimmiges Fettsäurespektrum in der Babynahrung zu erreichen. Dieses Projekt folgt dem sich abzeichnenden Trend hin zu weniger Einsatz von exotischen Produkten, wie zum Beispiel Palmöl, und entspricht auch den aktuellen wissenschaftlichen Entwicklungen. Zusätzlich sind unsere Entwicklerinnen bei den Kapazitätssteigerungsprojekten in Sulgen und Prenzlau involviert. Auch das IonEx-Projekt zur Herstellung eigener Laktose und Molkenproteine für unsere Babynahrung wurde eng begleitet.

Der Markteintritt in den lateinamerikanischen Märkten erweist sich schwieriger, als angenommen. Die Markteintrittsbarrieren sind relativ hoch und die allgemeine wirtschaftliche Lage ist in einigen Ländern schwierig. Aus diesem Grund haben wir nun vor Ort die HOCHDORF America’s Ltd gegründet, an welcher wir zu 60 % beteiligt sind. Gleichzeitig haben sich Möglichkeiten für ein Produktions-Joint-Venture eröffnet. Diese Möglichkeit wird nun parallel zu den eigenen Verkaufsaktivitäten weiterverfolgt.

Ausblick

Im Endspurt stehen wir beim Einsatz der eigenen Laktose in unserer Babynahrung. Ein erster Test mit dem Einsatz von flüssiger Laktose wurde noch Ende 2015 durchgeführt. Nun gilt es, diese Produkte zu analysieren und, falls notwendig, Anpassungen im Produktionsprozess oder in der Rezeptur vorzunehmen. Zudem sind unsere Entwicklerinnen an den Umbauprojekten in Prenzlau und im Projekt in Sulgen mitbeteiligt.

Ebenfalls beschäftigen werden wir uns mit der neuen Swissness-Gesetzgebung. Aktuell gehen wir davon aus, dass wir unsere in der Schweiz hergestellte Babynahrung weiterhin mit der Swissness ausloben können. Wir verwenden für diese Produkte bereits heute – wo immer möglich – Schweizer Rohstoffe.

Mit der Vorwärtsintegration wollen wir uns näher zum Endverbraucher hin bewegen und mit eigenen Marken am Markt präsent sein. Dabei konzentrieren wir uns auf die MEA-Region und/oder Asien. Diese Märkte sind aufgrund ihrer Grösse, ihrer Marktstruktur und positiver Wachstumsprognosen sowie den bestehenden guten Partnerschaften attraktiv. Idealerweise würde dies mit der Integration eines oder mehrerer bestehender Kunden vollzogen werden.

Obwohl wir noch nicht über zusätzliche Produktionskapazitäten verfügen, planen wir ein Umsatzwachstum von rund fünf Prozent. Dafür sind wir jedoch auf eine reibungslose Supply Chain und eine weitere Erhöhung der Kapazität der bestehenden Anlagen angewiesen. Gleichzeitig sondieren wir am Markt mögliche neue Partner, damit wir die geplanten neuen Produktions- und Abfüllkapazitäten möglichst rasch auslasten können.

Strategie in Kürze

Wir bieten unseren Kunden ein Swiss-made-Sortiment an hochqualitativer Baby- und Kindernahrung an. Zudem unterstützen wir unsere Partner auf Wunsch mit Dienstleistungen, wie z. B. Verkaufs- und Marketingschulungen. Der Bereich Baby Care ist international aufgestellt und plant sein weiteres Wachstum in Asien, im Nahen Osten, in Afrika und in Lateinamerika. Mittelfristig wollen wir in ausgewählten Märkten mit Eigenmarken in der Wertschöpfungskette näher an den Endkonsumenten gelangen. Wir planen, unsere Produktionskapazitäten zu optimieren und auszubauen. Am Standort in Prenzlau werden wir Grundprodukte zur Herstellung von Babynahrung herstellen.

Sortiment

In der Schweiz hergestellte Schwangerschaftsmilchen, Säuglingsmilchen, Junior-Milchen.

  2015 2014 2013 2012
Brutto-Verkaufserlös (in TCHF) 110’417 109’988 94’507 70’646
Umsatzanteil Ausland (in %) 91.7 91.3 95.9 94.4
Verkaufte Mengen (in Tonnen) 16’763 15’651 14’007 11’087