Anhang zum konsolidierten Halbjahresabschluss
per 30. Juni 2017

1. Grundlagen der Rechnungslegung

Die vorliegende Konzernrechnung umfasst die nicht geprüften Halbjahresabschlüsse der HOCHDORF Holding AG und ihrer Tochtergesellschaften für die am 30. Juni 2017 endende Berichtsperiode. Der konsolidierte Zwischenabschluss wurde in Übereinstimmung mit den bestehenden Richtlinien der Fachempfehlung zur Rechnungslegung, Swiss GAAP FER 31 (Ergänzende Fachempfehlungen für kotierte Unternehmungen) und den in der konsolidierten Jahresrechnung 2016 beschriebenen Konsolidierungs- und Bewertungsgrundsätzen erstellt. Die Ertragssteuern werden basierend auf einer Schätzung des für das Gesamtjahr 2017 erwarteten Ertragssteuersatzes berechnet. Der konsolidierte Halbjahresabschluss ist in Verbindung mit der für das am 31. Dezember 2016 endende Geschäftsjahr erstellten Konzernrechnung zu lesen, da dieser eine Aktualisierung des letzten vollständigen Abschlusses darstellt. Die konsolidierte Halbjahresrechnung wurde vom Verwaltungsrat am 10. August 2017 genehmigt.

2. Veränderungen im Konsolidierungskreis

In der Berichtsperiode haben keine Veränderungen im Konsolidierungskreis stattgefunden.

Im März 2017 wurde die Beteiligung an der Pharmalys Tunisie S.à.r.l. um 2 % auf Total 51 % erhöht.

3. Währungsumrechnungskurse in CHF

 Erfolgsrechnung DurchschnittskurseBilanz Stichtagkurse
Januar bis Juni 2017Januar bis Juni 201630.06.201731.12.2016
1 EUR1.07731.09481.09491.0720
1 USD0.99060.98720.95821.0164
1 TND0.4196n.a.0.38870.4418
1 UYU0.03480.03180.03360.0346
1 ZAR0.07430.06490.07310.0743

4. Eventualverbindlichkeiten

Die HOCHDORF Swiss Nutrition AG musste für ihre Lieferungen nach Ägypten eine Garantie (Performance Bond) über EUR 398'000 leisten. Die Garantie kann vom Kunden nur im Falle der Nicht-Lieferung von HOCHDORF in Anspruch genommen werden.

5. Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Schliessung Quarkerei in der Uckermärker Milch GmbH, Prenzlau
Die Gesellschafterversammlung der Uckermärker Milch GmbH (UMP) in Prenzlau hat am 26. Juni 2017 beschlossen, den Teilbereich Quarkerei der UMP per 31.10.2017 zu schliessen. Grund dafür sind die auf dieses Datum hin wegfallenden Lohnaufträge eines Grosskunden, welcher im deutschen Markt wesentliche Marktanteile verloren hat. Von der Massnahme sind 40 der aktuell 190 Mitarbeitenden betroffen. Der Abbau soll sozialverträglich und mit möglichst wenigen Kündigungen erfolgen. Die Gespräche mit dem Betriebsrat und den betroffenen Mitarbeitenden haben im Juli 2017 stattgefunden. Ein daraus resultierender Rückstellungsbedarf wird nun festgestellt und im Jahresabschluss 2017 abgebildet.

Einschätzungen zum Kaufpreis der Pharmalys-Gesellschaften
Der Kaufpreis berechnet sich auf dem durchschnittlichen EBIT der Jahre 2016 und 2017 der Pharmalys Laboratories SA und der Pharmalys Tunisie S.à.r.l., multipliziert mit dem Multiple von 14. Dazu kommt eine einmalige Upside-Compensation von CHF 28 bis 36 Mio. für die seit der Unterzeichnung des Memorandum of Understanding bis zum 24. Oktober 2016 entstandene Kurssteigerung der Aktien der HOCHDORF Holding AG. Der Kaufpreis ist damit variabel und wird erst per 31. März 2018 definitiv bestimmt. Aufgrund der nun vorliegenden Halbjahresabschlüsse per 30. Juni 2017 ergibt sich keine Anpassung der Kaufpreisschätzung. Der finale Kaufpreis bewegt sich aufgrund der heute bekannten Prognosen somit weiterhin zwischen CHF 160 Mio. und CHF 190 Mio., wobei wir eher die obere Preisgrenze erwarten.

6. Erläuterungen zum Zwischenabschluss

Aufgrund unserer Einschätzungen bezüglich der Produktpreis-Entwicklung und in Anbetracht des zyklischen Geschäfts der Pharmalys Laboratories SA rechnen wir mit einem stärkeren zweiten Halbjahr in Bezug auf Umsatz und Erfolg.

Im diesjährigen Halbjahresabschluss sind erstmals die per Ende 2016 erworbenen Pharmalys-Gesellschaften enthalten. Aus diesem Grund ist die konsolidierte Erfolgsrechnung nur bedingt mit dem Vorjahr vergleichbar. Die sich im Ausland verändernden Marktverhältnisse (steigende Milchpreise) haben im ersten Halbjahr zu sehr unterschiedlichen Firmenergebnissen geführt, womit das Gruppenergebnis differenziert beurteilt werden muss. Der Umsatz über die Gruppe konnte trotz tieferer Verkaufsmenge (111'948 t ggü. Vorjahr 125'604 t) auf CHF 312 Mio. gesteigert werden. Dazu tragen vor allem die steigenden Milch- und Fettpreise in der EU bei. Die HOCHDORF Swiss Nutrition AG hat trotz ähnlichem Eingang der Flüssigmenge (226 Mio. kg ggü. VJ 227 Mio. kg) starke Einbussen erlitten. Hauptgründe dafür waren die tieferen «Schoggigesetz»-Beiträge sowie die geringere Produktion an Babynahrung, bedingt durch den temporären Wegfall von Mengen in Ägypten und Libyen. Zusätzlich führten verkürzte Lieferfristen zu Produktionsstillständen, da die Kunden noch primär Lagerbestände abgesetzt haben. Im Bereich Cereals & Ingredients mussten ebenfalls gewisse Margenverluste akzeptiert werden. Im grössten Segment Dairy Ingredients haben sich die Einflüsse der tieferen «Schoggigesetz»-Beiträge und die verstärkte Konkurrenz deutlich negativ ausgewirkt. Für das zweite Halbjahr erwarten wir in allen drei Bereichen aufgrund von eingeleiteten Massnahmen wie Preisanpassungen, Segmentierung, Portfoliobereinigungen sowie dem saisonal bedingten Lagerabbau eine deutliche Steigerung der Ergebnisse. Demgegenüber konnte die Pharmalys Laboratories SA die Erwartungen übertreffen, was zeigt, dass wir mit unserer Strategie der Vorwärtsintegration den richtigen Weg eingeschlagen haben. HOCHDORF Baltic Milk UAB leidet weiterhin unter den staatlich geprägten Milchpreisen, die nicht im Markt umgesetzt werden können, und weist ein negatives Ergebnis auf. Nach wie vor verhindern politische Einflüsse durch die Behörden eine notwendige Anpassung der Milchpreise, was zwingend zu sinkenden Margen führt. Die Uckermärker Milch GmbH hat sich in einem weiterhin schwierigen Marktumfeld gut geschlagen, konnte von den Marktgegebenheiten profitieren und im ersten Halbjahr ein positives Ergebnis im Rahmen der Erwartungen erzielen. Mit dem Wegfall eines Grosskunden per 31. Oktober 2017 und der damit angekündigten Schliessung der Quarkerei erwarten wir hier aber bis Ende Jahr eine Korrektur und ein leicht negatives Ergebnis. Die von der Gruppe produzierte Menge sank im Vergleich zur gleichen Berichtsperiode des Vorjahres um 14.7 %. Der Geldfluss aus Betriebstätigkeit beträgt, saisonal bedingt durch Forderungs- und Lageraufbau sowie durch den Einfluss von Pharmalys, CHF –36.1 Mio. (VJ CHF –17.0 Mio.). Der Geldabfluss aus Investitionstätigkeit fiel im ersten Halbjahr mit CHF –30.9 Mio. deutlich höher aus als im Vorjahr (CHF –11.0 Mio.). Hauptgrund sind hierzu weiterhin die Investitionen in die neue Fabrik in Sulgen.

Die Gruppe hat sich in einem schwierigen Marktumfeld gut behauptet. Für das zweite Semester sind wir weiterhin positiv gestimmt. Offen bleibt die weitere Entwicklung der Weltmarktpreise, welche weiterhin eine steigende Tendenz aufweisen, womit sich die Lücke im «Schoggigesetz» etwas reduzieren dürfte, was aber auch zu weiteren Margenverlusten führen kann.

Auf die Darstellung der Segmentsergebnisse gemäss Swiss GAAP FER 31/8 wird als Folge möglicher Wettbewerbsnachteile gegenüber nicht kotierten und grösseren kotierten Konkurrenten, Kunden und Lieferanten verzichtet.

Der Milchmarkt Schweiz ist ein kleiner und enger Markt mit wenigen massgebenden Firmen und Anbietern. Die Anbieterseite (Milchproduzenten) ist begrenzt auf die einzelnen Milchproduzenten-Organisationen. Auf Verarbeiterseite wird der Markt neben den Käsereien von vier grossen Molkereien geprägt. Auf Kundenseite dominiert das Segment der Schokoladenindustrie mit ebenfalls wenigen grossen Verarbeitern. Im Bereich Babynahrung (auf Basis Milch) produziert neben der HOCHDORF-Gruppe nur noch eine Firma Babynahrung für den schweizerischen und den internationalen Markt.

Die Bilanzsumme erhöhte sich per 30.6.2017 im Vergleich zum 31.12.2016 von CHF 425 Mio. auf CHF 474 Mio. Die Nettoverschuldung hat sich im gleichen Zeitraum von CHF 213.4 Mio. auf CHF 52.2 Mio. reduziert aufgrund der Herausgabe der Pflichtwandelanleihe per 30.3.2017. Aus diesem Grund erhöhte sich auch die Eigenkapitalquote stark von 10.8 % per 31.12.2016 auf 56.8 % per 30.6.2017. Die Covenants aus dem Konsortialkredit sind vollumfänglich eingehalten.

7. Aufgliederung des Bruttoumsatzes aus Lieferungen und Leistungen nach Warengruppen und Regionen

Nach Warengruppen

TCHF 1. Semester 2017   1. Semester 2016  
Milchprodukte/Rahm 130'279 41.8 % 120'386 43.3 %
Milchpulver 85'372 27.4 % 83'024 29.9 %
Babynahrung 80'638 25.8 % 58'888 21.2 %
Spezialitäten/Weizenkeime 8'062 2.6 % 8'052 2.9 %
Back-/Süsswaren 2'315 0.7 % 2'372 0.8 %
Übrige Produkte/Dienstleistungen 5'250 1.7 % 5'399 1.9 %
Total 311'916 100.0 % 278'121 100.0 %

Nach Regionen

TCHF 1. Semester 2017   1. Semester 2016  
Schweiz/Liechtenstein 103'559 33.2 % 107'332 38.6 %
Europa 130'185 41.7 % 117'195 42.1 %
Asien 14'729 4.7 % 12'330 4.4 %
Naher Osten/Afrika 61'008 19.6 % 38'329 13.8 %
USA/Kanada 239 0.1 % 38 0.0 %
Amerika, übriges 798 0.3 % 2'465 0.9 %
Übrige 1'398 0.4 % 432 0.2 %
Total 311'916 100.0 % 278'121 100.0 %

8. Kennzahlen

TCHF (wenn nichts anderes erwähnt) 2017 2016 Veränderung
Jeweils Januar bis Juni
       
Verarbeitete Milch- und Molkenmenge in Mio. kg 377.6 415.9 –9.21 %
Brutto-Verkaufserlös 312'110 278'401 12.11 %
Gewinn vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Amortisationen (EBITDA) 21'697 18'447 17.62 %
in % des Produktionserlöses 6.9 % 6.3 %
Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) 15'780 13'109 20.38 %
in % des Produktionserlöses 5.0 % 4.5 %
Unternehmensergebnis 12'827 11'039 16.20 %
in % des Produktionserlöses 4.1 % 3.8 %
Personalbestand per 30.06. (nominell) 686 614 11.73 %