Anhang zum konsolidierten Halbjahresabschluss
per 30. Juni 2016

1. Veränderungen bei Grundsätzen der Rechnungslegung

Die Gruppe hat folgende Änderungen bestehender Standards, die bis Ende 2015 veröffentlicht wurden und für Konzernabschlüsse nach dem 1. Januar 2016 verbindlich sind, per 1. Januar 2016 angewandt:

Neuregelung zur Umsatzerfassung: Änderungen Swiss GAAP FER Rahmenkonzept, FER 3 und FER 6

Die Neuregelungen im Bereich Umsatzerfassung präzisieren, wie Erträge erfasst, bewertet und ausgewiesen werden. Hierzu wurden das Rahmenkonzept, FER 3 und FER 6 angepasst. Aus den Änderungen geht hervor, dass ein Ertrag zu erfassen ist, wenn eine Dienstleistung erbracht oder ein materieller oder immaterieller Vermögenswert geliefert wurde und Nutzen und Risiken sowie die Verfügungsmacht auf den Käufer übergegangen sind. Zudem wird definiert, dass es sich bei Nettoerlösen aus Lieferungen und Leistungen um Erlöse aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit handelt, die den Wert der erbrachten Leistung nach Abzug von Erlösminderungen umfassen. Bei Vermittlungsgeschäften ist nur der Wert der selbst erbrachten Leistung auszuweisen. Bei Geschäftsvorfällen mit mehreren abgrenzbaren Bestandteilen sind diese separat zu erfassen und zu bewerten. Weiter sind im Anhang die wichtigsten Erlösquellen und deren Erfassung zu erläutern.

Die langjährigen Grundsätze der Rechnungslegung der HOCHDORF-Gruppe entsprechen bereits der Neuregelung der Umsatzerfassung nach Swiss GAAP FER. Die Änderungen haben somit keinen Einfluss auf die Umsatzerfassung der Gruppe, und die Vorjahreszahlen mussten nicht angepasst werden.

Umsatz und Ertragsrealisation

Der Nettoumsatz umfasst den Zufluss wirtschaftlichen Nutzens aus dem Verkauf von Gütern und Dienstleistungen im Rahmen der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit während der Berichtsperiode. Erlösminderungen wie Skonti, Rabatte und übrige Preisnachlässe sowie Abgaben an Dritte wie Kommissionen, Gebühren und allfällige Mehrwertsteuern sind im ausgewiesenen Nettoumsatz abgezogen. Alle konzerninternen Umsätze werden bei der Konsolidierung eliminiert.

Umsatzerlöse werden verbucht, wenn ein Konzernunternehmen den massgeblichen Nutzen und die Risiken, die mit dem Eigentum der verkauften Produkte verbunden sind, sowie die Verfügungsmacht auf den Kunden übertragen hat und die Einbringbarkeit der dadurch entstandenen Forderungen angemessen gesichert ist. Umsätze aus der Erbringung von Dienstleistungen werden im Abrechnungszeitraum erfasst, in dem die Dienstleistung erbracht wurde. Die Abgrenzung von Erlösminderungen an Kunden erfolgt für den gleichen Zeitraum wie die Umsätze, die diese Erlösminderungen gemäss den Auftragsbedingungen begründeten. Vermittlungsgeschäfte und Geschäftsvorfälle mit mehreren abgrenzbaren Bestandteilen fallen in der HOCHDORF-Gruppe nicht an.

2. Grundlagen der Rechnungslegung

Die vorliegende Konzernrechnung umfasst die nicht geprüften Halbjahresabschlüsse der HOCHDORF Holding AG und ihrer Tochtergesellschaften für die am 30. Juni 2016 endende Berichtsperiode. Der konsolidierte Zwischenabschluss wurde in Übereinstimmung mit den bestehenden Richtlinien der Fachempfehlung zur Rechnungslegung, Swiss GAAP FER 31 (Ergänzende Fachempfehlungen für kotierte Unternehmungen) und den in der konsolidierten Jahresrechnung 2015 beschriebenen Konsolidierungs- und Bewertungsgrundsätzen erstellt. Die Ertragssteuern werden basierend auf einer Schätzung des für das Gesamtjahr 2016 erwarteten Ertragssteuersatzes berechnet. Der konsolidierte Halbjahresabschluss ist in Verbindung mit der für das am 31. Dezember 2015 endende Geschäftsjahr erstellten Konzernrechnung zu lesen, da dieser eine Aktualisierung des letzten vollständigen Abschlusses darstellt. Die konsolidierte Halbjahresrechnung wurde vom Verwaltungsrat am 11. August 2016 genehmigt.

3. Veränderungen im Konsolidierungskreis

In der Berichtsperiode haben keine Veränderungen im Konsolidierungskreis stattgefunden.

4. Währungsumrechnungskurse in CHF

 Erfolgsrechnung DurchschnittskurseBilanz Stichtagkurse
Januar bis Juni 2016Januar bis Juni 201530.06.201631.12.2015
1 EUR1.09481.06421.08331.0874
1 USD0.98720.94940.97601.0010
1 UYU0.03180.03710.03200.0346
1 ZAR0.06490.07990.06630.0646

5. Eventualverbindlichkeiten

Die HOCHDORF-Gruppe ist über ihre Tochtergesellschaften Uckermärker Milch GmbH und Marbacher Ölmühle GmbH in gerichtliche Verfahren involviert. Diese betreffen Rechtsstreitigkeiten im Zusammenhang mit Warenlieferungen. Für beide Verfahren wurden entsprechende Rückstellungen gebildet.

Die HOCHDORF Swiss Nutrition AG musste für ihre Lieferungen nach Ägypten eine Garantie (Performance Bond) über EUR 1‘311‘667 leisten. Die Garantie kann vom Kunden nur im Falle der Nicht-Lieferung von HOCHDORF in Anspruch genommen werden.

6. Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Die HOCHDORF Holding AG hat mit der Pharmalys Invest AG im Juli 2016 ein Memorandum of Understanding unterschrieben für den Erwerb von 51% an der Pharmalys Schweiz AG, der Pharmalys Tunisie Sàrl und der Pharmalys Afrique Sàrl. Mit der Absicht zum Erwerb dieser Gesellschaften setzt die HOCHDORF-Gruppe ihre Strategie der Vorwärtsintegration um mit dem Ziel, selber im Markt mit Endkonsumenten aktiv zu sein.

7. Erläuterungen zum Zwischenabschluss

In der Regel schliesst das erste Halbjahr sowohl in Bezug auf den Umsatz als auch auf den Erfolg besser ab als das zweite. Hauptgrund sind die saisonal anfallenden Milchmengen mit dem Hauptaufkommen in den Monaten April–Juni. Die Abweichungen zwischen den beiden Halbjahren können im Mehrjahresvergleich jedoch sehr unterschiedlich ausfallen.

Das Ergebnis des ersten Halbjahres 2016 ist geprägt durch die höheren Flüssigeingänge (227 Mio. kg ggü. Vorjahr 212 Mio. kg) in den Schweizer Werken, die dadurch zusätzlich verbesserte Auslastung auf den Hauptanlagen sowie durch die weiterhin hohen A-Milchpreise in der Schweiz, welche aber weitgehend im Markt umgesetzt werden konnten. Der tiefere Umsatz über die Gruppe resultiert aus den Gesellschaften in Deutschland und Litauen, welche durch die schwierige Milchmarktsituation in der EU strategisch weniger Flüssigeingänge (189 Mio. kg ggü. Vorjahr 209 Mio. kg) hatten. Die Uckermärker Milch GmbH (UMP) konnte trotz der sehr schwierigen Milchmarktsituation in der EU und insbesondere in Deutschland dank der Produktion von Interventionsmilchpulver ein positives Ergebnis erzielen. Im Bereich Butter und Quark konnte sich die Gesellschaft ebenfalls behaupten und vernünftige Deckungsbeiträge abliefern. Der Gesamtmarkt und damit auch die Situation für die UMP bleiben im zweiten Semester schwierig. Insbesondere bei der Invervention ist die weitere Entwicklung nicht vorhersehbar. Die HOCHDORF Baltic Milk UAB (HBM) konnte die positiven Resultate aus den Vorjahren nicht bestätigen. Die HBM ist nicht nur vom Gesamtmarkt EU betroffen. Politische Eingriffe durch die Behörden erschweren eine notwendige Anpassung der Milchpreise, was zwingend zu sinkenden Margen und einem negativen Ergebnis geführt hat. Für das zweite Semester erwarten wir hier aber eine Verbesserung der Situation. Die HOCHDORF Swiss Nutrition AG konnte ihr operatives Ergebnis trotz schwierigem Marktumfeld steigern. Die von der Gruppe produzierte Menge stieg im Vergleich zur gleichen Berichtsperiode des Vorjahres um 2.5%, und die verkaufte Menge sank leicht um 0.1%. Der Geldfluss aus Betriebstätigkeit beträgt, saisonal bedingt durch Forderungs- und Lageraufbau, CHF –17.0 Mio. (Vorjahr CHF –11.8 Mio.). Der saisonal bedingte Lageraufbau wird sich in der zweiten Jahreshälfte wieder reduzieren. Der Geldabfluss aus Investitionstätigkeit fiel im ersten Halbjahr mit CHF 11.0 Mio. etwas höher aus als im Vorjahr (CHF 10.9 Mio.). Die Gruppe hat sich in einem schwierigen Marktumfeld gut behauptet.  Für das zweite Semester sind wir weiterhin positiv gestimmt. Offen bleibt die weitere Entwicklung der Weltmarktpreise, welche aktuell eine steigende Tendenz aufweisen, womit sich die Lücke im «Schoggigesetz» etwas reduzieren dürfte.

Auf die Darstellung der Segmentsergebnisse gemäss Swiss GAAP FER 31/8 wird als Folge möglicher Wettbewerbsnachteile gegenüber nicht kotierten und grösseren kotierten Konkurrenten, Kunden und Lieferanten verzichtet.

Der Milchmarkt Schweiz ist ein kleiner und enger Markt mit wenigen massgebenden Firmen und Anbietern. Die Anbieterseite (Milchproduzenten) ist begrenzt auf die einzelnen Milchproduzenten-Organisationen. Auf Verarbeiterseite wird der Markt neben den Käsereien von vier grossen Molkereien geprägt. Auf Kundenseite dominiert das Segment der Schokoladenindustrie mit ebenfalls wenigen grossen Verarbeitern. Im Bereich Babynahrung (auf Basis Milch) produziert neben der HOCHDORF-Gruppe nur noch eine Firma Babynahrung für den schweizerischen und den internationalen Markt.

Die Bilanzsumme erhöhte sich per 30.6.2016 im Vergleich zum 31.12.2015 von CHF 340 Mio. auf CHF 360 Mio. Die Nettoverschuldung hat sich im gleichen Zeitraum von CHF 21.3 Mio. auf CHF 55.9 Mio. erhöht aufgrund des Rückgangs der Liquidität für Investitionen ins Nettoumlaufvermögen und für Investitionen ins Sachanlagevermögen. Die Eigenkapitalquote reduzierte sich leicht von 56.6% per 31.12.2015 auf 55.0% per 30.6.2016. Die Covenants aus dem Konsortialkredit sind vollumfänglich eingehalten.

8. Aufgliederung des Bruttoumsatzes aus Lieferungen und Leistungen nach Warengruppen und Regionen

Nach Warengruppen

TCHF1. Semester 2016 1. Semester 2015 
Milchprodukte/Rahm120'38643.3%117'36741.3%
Milchpulver83'02429.9%102'59736.1%
Babynahrung58'88821.2%49'76517.5%
Spezialitäten/Weizenkeime8'0522.9%5'8422.1%
Back-/Süsswaren2'3720.8%3'1521.1%
Übrige Produkte/Dienstleistungen5'3991.9%5'2961.9%
Total278'121100.0%284'019100.0%

Nach Regionen

TCHF1. Semester 2016 1. Semester 2015 
Schweiz/Liechtenstein107'33238.6%105'28437.0%
Europa117'19542.1%132'74446.7%
Asien12'3304.4%12'6504.5%
Naher Osten/Afrika38'32913.8%26'9939.5%
USA/Kanada380.0%00.0%
Amerika, übriges2'4650.9%7660.3%
Übrige4320.2%5'5822.0%
Total278'121100.0%284'019100.0%

9. Kennzahlen

TCHF 2016 2015 Veränderung
Jeweils Januar bis Juni
       
Verarbeitete Milch- und Molkenmenge in Mio. kg 415.9 421.4 –1.31%
Brutto-Verkaufserlös 278'401 284'297 –2.07%
Gewinn vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Amortisationen (EBITDA) 18'447 15'503 18.99%
in % des Produktionserlöses 6.3% 5.4%
Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) 13'109 10'682 22.72%
in % des Produktionserlöses 4.5% 3.7%
Unternehmensergebnis 11'039 4'117 168.13%
in % des Produktionserlöses 3.8% 1.4%
Mitarbeiterbestand per 30.6. (nominell) 614 588 4.42%